Das beliebteste italienische Kartenspiel: Mit 40 Karten nimmst du Tischkarten mit gleichem Wert oder passender Summe. Punkte gibt es für die meisten Karten, die meisten Münzen, den Settebello, die beste Primiera und jeden Besen. Gespielt wird zu zweit, zu dritt oder zu viert in zwei Paaren.
Ziel: Als Erster die vereinbarte Punktzahl (11, 16 oder 21) erreichen, indem du in jeder Runde Punkte holst: meiste Karten, meiste Münzen, Settebello, beste Primiera und Besen.
Gespielt wird mit dem italienischen Blatt aus 40 Karten in vier Farben: Denari (Münzen), Coppe (Kelche), Spade (Schwerter) und Bastoni (Stäbe). Jede Farbe hat ein Ass, die Zahlen 2 bis 7, den Fante (Bube), den Cavallo (Reiter) und den Re (König).
Beim Nehmen zählt jede Karte ihre Zahl: Ass = 1, Fante = 8, Cavallo = 9, Re = 10. Für die Primiera gelten andere Werte (siehe „Punkte einer Runde“).
Man kann zu zweit, zu dritt (jeder für sich) oder zu viert spielen: Zu viert sitzen die Partner einander gegenüber und bilden zwei Paare, die ihre genommenen Karten und ihre Punkte gemeinsam zählen, sich aber ihre Karten nicht zeigen dürfen.
In jeder Runde gibt der Geber jedem Spieler drei Karten und legt vier Karten offen auf den Tisch. Liegen unter diesen vier Karten drei oder vier Könige, wird alles neu gemischt und noch einmal gegeben.
Es beginnt der Spieler nach dem Geber, danach ist reihum jeder an der Reihe. Haben alle ihre drei Karten gespielt, bekommt jeder noch einmal drei Karten (auf den Tisch kommen keine mehr), bis der Talon aufgebraucht ist: sechs Mal zu zweit, vier Mal zu dritt und drei Mal zu viert. Der Geber wechselt in jeder Runde.
Wer an der Reihe ist, spielt eine Karte aus der Hand offen auf den Tisch aus. Sie kann nehmen:
• eine Tischkarte mit gleichem Wert (liegen mehrere, wählst du eine aus);
• sonst zwei oder mehr Tischkarten, deren Werte zusammen den Wert der ausgespielten Karte ergeben (gibt es mehrere solche Kombinationen, wählst du eine aus).
Liegt eine Tischkarte mit gleichem Wert, musst du genau diese Karte nehmen; eine Kombination mit derselben Summe darf nicht an ihrer Stelle genommen werden. Nehmen ist Pflicht: Kann deine Karte etwas nehmen, darfst du sie nicht einfach liegen lassen (du kannst aber eine andere Karte spielen, die nichts nimmt). Kann sie nichts nehmen, bleibt sie offen auf dem Tisch liegen und kann in späteren Zügen genommen werden.
Die ausgespielte Karte und die genommenen Karten wandern in deinen Stapel (bzw. in den deines Paares).
Beispiel: Auf dem Tisch liegen eine 2, eine 3, eine 5 und ein Fante (8). Mit einer 5 nimmst du nur die 5 (nicht die 2 und die 3). Mit einem Fante nimmst du nur den Fante (nicht die 3 und die 5). Mit einem König (10) hast du die Wahl zwischen 2 + Fante und 2 + 3 + 5. Mit einer 6 nimmst du nichts; sie bleibt auf dem Tisch.
Nimmst du mit einem Zug alle Karten vom Tisch, sodass er leer ist, hast du einen Besen („Scopa“) gemacht und erhältst 1 Punkt. Der nächste Spieler muss eine Karte auf den leeren Tisch legen.
Ausnahme: Ein Besen zählt nicht, wenn du ihn mit der allerletzten Karte der Runde machst.
Sind alle Karten gespielt, bekommt, wer zuletzt etwas genommen hat (Spieler oder Paar), die Karten, die noch auf dem Tisch liegen. Das ist kein Besen.
Danach werden die Punkte der Runde gezählt.
In jeder Runde kann ein Spieler oder ein Paar Punkte holen für:
• Karten: 1 Punkt für die meisten genommenen Karten. Bei Gleichstand bekommt ihn niemand.
• Münzen: 1 Punkt für die meisten genommenen Karten der Farbe Denari (Münzen). Bei Gleichstand bekommt ihn niemand.
• Settebello: 1 Punkt für den, der die Münzen-Sieben genommen hat.
• Primiera: 1 Punkt für die beste Primiera. Aus den genommenen Karten wird je Farbe die mit dem höchsten Wert gewählt und die vier Werte werden addiert: 7 = 21, 6 = 18, Ass = 16, 5 = 15, 4 = 14, 3 = 13, 2 = 12, Bilder (Fante, Cavallo, Re) = 10. Man braucht in jeder Farbe mindestens eine Karte, sonst hat man keine Primiera. Bei gleicher Summe bekommt niemand den Punkt.
• Besen: 1 Punkt für jeden gemachten Besen.
Mit der Option „Napola“ bringen Ass, 2 und 3 der Münzen zusammen 3 Zusatzpunkte; jede weitere lückenlos folgende Münzkarte (4, 5, 6 …) gibt einen Punkt mehr, bis zu 10 Punkten für die ganze Farbe. Die Napola-Punkte kommen zu den übrigen hinzu; mit ihr empfiehlt sich ein Spiel bis 21.
Eine Partie besteht aus mehreren Runden, die Punkte werden addiert. Sie endet nach der Runde, in der ein Spieler oder ein Paar die gewählte Punktzahl (11, 16 oder 21) erreicht hat und allein in Führung liegt. Liegen mehrere punktgleich vorn, wird zur Entscheidung eine weitere Runde gespielt.
Traditionell spielt man zu zweit bis 11, zu dritt bis 16 und in Paaren bis 21 Punkte.
Der Settebello ist allein einen Punkt wert und hilft auch bei Münzen, Karten und Primiera: Lass ihn nicht auf dem Tisch liegen, wenn dein Gegner ihn nehmen kann.
Vermeide es, Karten mit einer Summe von 10 oder weniger liegen zu lassen: Dein Gegner könnte einen Besen machen. Liegt mehr als 10 auf dem Tisch, kann niemand ihn mit einer einzigen Karte leeren.
Merke dir die schon gespielten Karten: Zu wissen, welche Siebener, Sechser und Asse noch fehlen, hilft bei der Entscheidung.