Durak

Das beliebteste Kartenspiel Russlands: angreifen, verteidigen und nicht als Letzter Karten auf der Hand behalten – denn der ist der „Durak“, der Verlierer. Für 2 bis 6 Spieler mit 36 Karten, in der klassischen Fassung oder mit Weitergabe; es verlangt Gedächtnis, das Zählen der Trümpfe und ein bisschen Glück.

Spielregeln

Ziel: Als Erster alle Karten loswerden: Wer als Letzter noch Karten auf der Hand hat, verliert und ist der „Durak“ (der Narr).

Vorbereitung

Gespielt wird mit 36 Karten (von der 6 bis zum Ass) und 2 bis 6 Personen. Jeder erhält 6 Karten. Die nächste Karte wird aufgedeckt und unter den Stapel geschoben: Ihre Farbe ist für das ganze Spiel die Trumpffarbe, und diese Karte wird als letzte gezogen. Bei 6 Spielern wird das ganze Blatt verteilt; die zuletzt ausgeteilte Karte wird aufgedeckt, bleibt in der Hand ihres Besitzers und zeigt den Trumpf.

In jeder Farbe gilt von niedrig nach hoch: 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass. Jeder Trumpf schlägt jede Karte einer anderen Farbe, und ein Trumpf kann nur von einem höheren Trumpf geschlagen werden.

Es beginnt, wer den niedrigsten Trumpf auf der Hand hat; hat niemand einen Trumpf, beginnt der erste Spieler am Tisch.

Angriff und Verteidigung

Das Spiel besteht aus einer Reihe von „Angriffen“. In jedem Angriff legt ein Spieler, der Angreifer, eine Karte offen aus, und der nächste Spieler im Uhrzeigersinn, der Verteidiger, muss sie schlagen: mit einer höheren Karte derselben Farbe oder mit einem beliebigen Trumpf (ist die Angriffskarte selbst ein Trumpf, braucht es einen höheren Trumpf).

Hier werden die Karten einzeln gespielt: Auf jede Angriffskarte antwortet der Verteidiger, indem er sie schlägt, die Karten aufnimmt oder – in der Variante mit Weitergabe – den Angriff an den nächsten Spieler weitergibt.

Nachlegen

Hat der Verteidiger alle Angriffskarten geschlagen, dürfen die Angreifer weitere Karten nachlegen: zuerst der Hauptangreifer, dann die übrigen Spieler der Reihe nach im Uhrzeigersinn (der Verteidiger greift nie an). Nachgelegt werden darf nur eine Karte, deren Wert schon auf dem Tisch liegt – unter den Angriffs- oder den Abwehrkarten –, und auf jede nachgelegte Karte muss der Verteidiger antworten.

Ein Angriff umfasst höchstens 6 Angriffskarten und nie mehr, als der Verteidiger zu Beginn seiner Abwehr Karten auf der Hand hatte.

Will oder kann niemand mehr nachlegen, hat der Verteidiger den Angriff abgewehrt: Alle Karten vom Tisch kommen auf den Ablagestapel („bito“) und sind für den Rest des Spiels aus dem Rennen. Wer nichts nachlegen kann, wird automatisch übersprungen.

Karten aufnehmen

Kann oder will der Verteidiger eine Karte nicht schlagen, sagt er „Ich nehme auf“. Die Angreifer dürfen dann noch Karten nachlegen (gleiche Wertregel, gleiche Grenzen), um ihm mehr zuzuschieben. Danach nimmt der Verteidiger alle Karten vom Tisch auf – auch die, mit denen er schon geschlagen hatte – und verliert sein Angriffsrecht: Der nächste Spieler greift an.

Nach dem Angriff

Hat der Verteidiger alles geschlagen, wird er (sofern er noch Karten hat) der nächste Angreifer, und der Spieler nach ihm verteidigt. Hat er aufgenommen, greift der Spieler an, der auf ihn folgt.

Danach ziehen alle mit weniger als 6 Karten auf 6 Karten nach: zuerst der Angreifer, dann die anderen im Uhrzeigersinn, der Verteidiger zuletzt. Die aufgedeckte Trumpfkarte am Ende des Stapels wird als allerletzte gezogen und damit allen gezeigt.

Spielende

Ist der Stapel leer, scheidet aus, wer keine Karten mehr hat: Das ist ein Sieg, und die Platzierung richtet sich nach der Reihenfolge des Ausscheidens. Ausgeschiedene werden übersprungen. Wer als Letzter noch Karten auf der Hand hat, ist der „Durak“. Werden die letzten Spieler im selben Angriff ihre Karten los, endet die Partie unentschieden: Niemand ist der Durak.

Kehrt dieselbe Situation wieder, ohne dass eine Karte aus dem Spiel ausscheidet (die Karten wandern nur im Kreis), endet die Partie unentschieden.

Varianten und Optionen

Klassisch (Podkidnoy): Es gelten die oben beschriebenen Regeln.

Mit Weitergabe (Perevodnoy): Solange der Verteidiger noch keine Karte geschlagen hat, darf er den Angriff weitergeben: Er legt eine Karte desselben Werts wie die Angriffskarten dazu (auch ein Trumpf ist erlaubt), und der nächste Spieler wird Verteidiger – vorausgesetzt, er hat mindestens so viele Karten auf der Hand, wie nun auf dem Tisch liegen. Die Weitergabe kann sich wiederholen, bis hin zum ersten Angreifer zurück. Sobald eine Karte geschlagen ist, ist keine Weitergabe mehr möglich.

Wer nachlegen darf: alle Angreifer (Standard) oder nur die beiden Nachbarn des Verteidigers, also der Hauptangreifer und der Spieler links vom Verteidiger.

Erster Angriff mit 5 Karten: Im allerersten Angriff des Spiels dürfen höchstens 5 statt 6 Angriffskarten ausgespielt werden.

Tipps

Greife mit niedrigen Karten an (am besten mit Paaren gleichen Werts) und spare Trümpfe und Asse für das Ende auf. Schlage mit der kleinsten ausreichenden Karte und merke dir, welche Karten schon gefallen sind: Trümpfe zu zählen hilft enorm, vor allem wenn der Stapel fast leer ist. Aufnehmen ist nicht immer eine Niederlage – manchmal kostet es weniger, als einen hohen Trumpf zu verschwenden.

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