Lügen

Das berühmte russische Bluffspiel «Верю — не верю». Lege Karten verdeckt auf den Stapel und sage ihren Wert an: Du kannst die Wahrheit sagen oder lügen. Der nächste Spieler entscheidet, ob er dir glaubt oder „Ich glaub's nicht!“ ruft – wer sich irrt, nimmt den ganzen Stapel. Wer zuerst keine Karten mehr hat, gewinnt.

Spielregeln

Ziel: Als Erster alle Karten loswerden – mit Bluffs, wenn es sein muss, und indem man die Lügen der anderen aufdeckt.

Vorbereitung

Es spielen 3 bis 6 Personen mit einem Blatt aus 52 Karten (die Farbe spielt nie eine Rolle, nur der Wert zählt). Alle Karten werden reihum im Uhrzeigersinn einzeln ausgeteilt; geht die Verteilung nicht auf, bekommen die ersten Spieler eine Karte mehr.

Die Handkarten bleiben das ganze Spiel über geheim. In der Tischmitte liegt der Stapel, auf den die Karten verdeckt gelegt werden: Alle sehen, wie viele Karten gespielt wurden, aber nie welche. Der erste Spieler eröffnet.

Karten ausspielen

Wer eine Runde eröffnet, legt 1 bis 4 Karten verdeckt auf den Stapel und sagt ihren Wert an, zum Beispiel „zwei Damen“. Man darf die Wahrheit sagen (es sind wirklich Damen) oder lügen (schon eine abweichende Karte genügt). Die anderen sehen nur, wie viele Karten gespielt wurden.

Danach ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe. Passen ist nie erlaubt: Wer dran ist, muss entweder Karten spielen oder „Ich glaub's nicht!“ rufen.

Wer eine Runde bei leerem Stapel eröffnet, sagt den Wert an, den die gewählte Variante vorsieht (siehe „Der angesagte Wert“).

Glauben oder anzweifeln

Nur der unmittelbar nachfolgende Spieler kann auf einen Zug reagieren: Legt er selbst Karten ab, „glaubt“ er dem vorherigen Zug, der damit nicht mehr angezweifelt werden kann. Oder er ruft „Ich glaub's nicht!“.

Nach dem Anzweifeln werden die soeben gespielten Karten aufgedeckt – nur diese, nicht der ganze Stapel. Sind alle vom angesagten Wert, hat sich der Zweifler geirrt und nimmt den ganzen Stapel; ist auch nur eine Karte anders, ist der Lügner entlarvt und nimmt den ganzen Stapel.

Wer das Duell gewinnt (der Ehrliche oder der Entlarver), eröffnet die nächste Runde: Der Stapel ist leer und es beginnt von vorn.

Der angesagte Wert

Russische Variante (Standard): Alle müssen denselben Wert ansagen wie der Eröffnende, bis jemand angezweifelt wird. Wer eröffnet, wählt den Wert frei – auch einen, den er gar nicht besitzt (dann ist es ein Bluff). Heißt es „Siebener“, muss jeder folgende Spieler „Siebener“ sagen – auch ohne einen zu besitzen.

Klassische Variante (Cheat): Der Wert steigt mit jedem Zug der Reihe nach: Ass, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, dann wieder Ass … Man beginnt mit den Assen, und die Folge geht auch nach einem Anzweifeln weiter.

Die letzten Karten

Wer seine letzten Karten ablegt, hat noch nicht gewonnen: Der nächste Spieler darf nicht spielen und muss zwischen „Ich glaub's nicht!“ und „Ich glaub's dir“ wählen.

Glaubt er dir oder zweifelt er zu Unrecht, hast du gewonnen (der Irrende nimmt den Stapel trotzdem). Zweifelt er an und du hast geblufft, nimmst du den ganzen Stapel und das Spiel geht weiter.

Spielende

Wer als Erster keine Karten mehr hat und diese Prüfung besteht, gewinnt. Die anderen werden nach den Karten platziert, die sie noch halten: weniger Karten, besserer Platz; bei Gleichstand gleicher Platz.

Damit Partien nicht endlos dauern, endet das Spiel nach 300 Zügen, und es gewinnt, wer die wenigsten Karten hält (bei Gleichstand: unentschieden).

Tipps

Zähle mit: Von jedem Wert gibt es nur vier Karten. Hast du zwei Damen und jemand sagt drei an, lügt er bestimmt!

Spiele echte Karten, wann immer du kannst – das ist ungefährlich. Musst du bluffen, nimm lieber eine einzige Karte und einen kleinen Stapel: Ein Bluff auf einem großen Stapel kostet viel.

Behalte Spieler mit wenigen Karten im Auge: Kommen sie unangezweifelt raus, haben sie gewonnen. Glaub ihnen nicht!

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